Weinstädter Bürgerforum

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BeitragVerfasst: 13.10.2010 - 12:26 
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Hallo Khor,
Als einfacher Bürger, der vor 15 Jahren nicht Grün gewählt hat und somit nach Deinen Aussagen das „Kreuz für Stuttgart 21“ zu verantworten hat, wehre ich mich gegen Deine Aussage und wiederhole mich:
Mit den nun bekannt gewordenen Nachteilen von S21 werde ich jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt. Dieses Projekt wurde von Politik nur positiv verkauft.
Es gab kaum Hinweise auf Gefahren, Kosten und vor allem Kapazitätsnachteile.
Es gab keine Ehrlichkeit zwischen Politik und Bürger, dafür aber gab es eine fragwürdige Offenheit zwischen Politik und Wirtschaft (Bahn).
Ich bin sauer und fühle mich betrogen.

Glaub mir, ich ändere gerne meine Meinung und wünsche mir sehr, dass meine damals gewählten Vertreter mit Hilfe von Geißler noch klar stellen können, dass dieser Bahnhof für das Volk gebaut wird und nicht für Wirtschaftsinteressen Weniger.


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BeitragVerfasst: 13.10.2010 - 9:30 
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Ich zitiere den Bericht des Bundesrechnungshofes vom 30.10.08 (!) an den Haushaltsausschzudem "Der Bundesrechnungshof kritisiert, dass die Kosten für das projekt bisher falsch eingeschätzt wurden........ Zudem hat das Bundesministerium bisher dargestellt, dass Stuttgart 21 ein Projekt der Deutsche Bahn AG sei. Der Bundesrechnungshof hat untersucht, wer die Kosten trägt und festgestellt, dass der größte Anteil durch den Bund zu tragen sein wird. Deshalb sollte auch der Bund entscheiden, ob und in welchem umfang das Projekt umgesetzt wird."
Kein Kommentar.....
mamalu


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BeitragVerfasst: 13.10.2010 - 7:36 
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Gut der Bürgerentscheid ist vorallem daran gescheitert, dass die Organisatoren die Unterschriften nicht innerhalb der Frist der Gemeindeordnung vorlegen konnten, bzw. dass der Gemeinderatsbeschluß nunmal mehr als 6 Wochen zurücklag. Auch Herr Schuster kann nicht gegen den Gemeinderat einen entsprechenden Bürgerentscheid durchdrücken.

Das so ein Projekt über dem Rahmen liegt ist ja normal und imho nicht weiter schlimm. Wenn man die Planungszeit betrachtet wundert es mich auch nicht. Wobei die Bahn ja Rücklagen dafür gebildet hat, wie Herr Grube ja bereits angekündigt hat.

BEzüglich der Wahlprogamme finde ich nicht, dass ich es mir zu einfach mache. Wenn die Leute eine Partei wählen, ohne sich damit zu beschäftigen sind sie doch selber schuld. Klar man kann sagen interessiert mich doch nicht wofür die nachher stimmen, ich wähle weil ich das eine Thema gut finde oder ich wähle die weil ich die immer wähle, aber dann darf man sich nachher auch nicht beschweren. Und es sollte den Leuten immmer klar gewesen sein, wenn ich CDU oder FDP wähle, dann wird S21 realisiert. WEnn ich die Grünen wähle dann nicht. Warum haben die Leute dass dann nicht getan? Wahrscheinlich weil es sie damals nicht interessiert hat oder sie nicht dran gedacht haben. Klar ist eine Wahl kein Vertrag aber man weiß im Normalfall schon recht gut, wie die einzelnen Parteien sich entscheiden werden in Bezug auf bestimmte Punkte. S21 war im letzen Wahlkampf kein Thema aber die Jahre davor schon.

Nunja wie bereits gesagt das ist ein sehr schwieriges Thema und ich hab ausdrücklich nichts gegen Demonstranten. Dass ist das gute Recht jedes einzelnen, aber dieses Recht endet da, wo die Rechte anderer - auch das Recht der Bahn eine Baugenehmigung umzusetzen- verletzt werden.

MFG


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BeitragVerfasst: 12.10.2010 - 7:35 
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Hallo khor,

ich möchte nochmals auf deinen letzten Diskussionsbeitrag eingehen.

khor hat geschrieben:
Der Antrag auf Durchführung eines Bürgerentscheids ist zu spät gestellt worden.

Zur Erinnerung: OB Schuster hat vor seiner Wiederwahl 2004 Boris Palmer das Wahlversprechen gegeben, im Falle erheblicher Mehrkosten einen Bürgerentscheid durchführen zu lassen. Herr Palmer hat daraufhin zugunsten Herrn Schuster seine Kandidatur zurückgezogen.
Im Sept. 2007 war die Gründung des Bündnis Bürgerentscheid gegen Stuttgart 21 Herr Schuster war darüber informiert. Ein Monat später hat er die Vertragsunterschrift zu Stuttgart 21 geleistet, wenige Wochen vor der Übergabe von 67.000 Unterschriften gegen das Projekt im Stuttgarter Rathaus. Damit hat er einen Bürgerentscheid verhindert. Hast du vielleicht dies gemeint mit zu spät gekommen?

khor hat geschrieben:
Über die möglichen Kosten kann man geteilter Auffassung sein. Da wird viel hin und her geredet. Die Gutachten der Gegner sind genauso unüberprüfbar wie die der Befürworter.

Der Bundesrechnungshof, das Bundesumweltamt und das renommierte Verkehrsplanungsbüro Vieregg & Rössler kamen bei ihren Berechnungen zu wesentlich höheren Baukosten. Eigentlich müssten bei jedem kritischen Bürger hier schon die Alarmglocken klingeln. Bahnchef Grube hat diese auf Gutachten gestützten Zahlen ohne Prüfung innerhalb weniger Stunden als unseriös weggefegt. Seine eigenen Berechnungen legt er nach wie vor nicht offen. Selbst der Verkehrsausschuss des deutschen Bundestags erhält keine Einsicht. Das Gutachten von Vieregg & Rössler ist übrigens im Internet einsehbar. http://www.bund-bawue.de/fileadmin/bawu ... e_S_21.pdf

Darüber hinaus gibt es Aufzeichnungen von Vorträgen auf Youtube, wo die Kostenkalkulation nachvollziehbar dargestellt wird. Man muss sich nur darum bemühen.

khor hat geschrieben:
Das ist das selbe Problem wie bei der Atomkraft die MEhrheit der Deutschen hat CDU/FDP gewählt damit war klar das die Atomkraft verlängert wird. Jetzt will es aber mal wieder keiner gewesen sein, der für die CDU gestimmt hat und natürlich hat niemand vorher die PRogramme gelesen. Das gleiche gilt bei S21 viele haben in der relevanten Zeit CDU gewählt mit dem klaren Bekenntniss der CDU S21 zu realisieren. Da will es jetzt auch keiner gewesen sein.

Da machst du es dir ein wenig zu einfach. Auch viele Politiker argumentieren oft so ähnlich, wenn sie gewählt wurden. Bei ihren Entscheidungen verweisen sie auf ihr Parteiprogramm, so als habe der Wähler einen Vertrag unterzeichnet und wüsste bestens Bescheid was da drin steht. Dabei lassen sie außer Acht, dass der Wähler ihnen einen Vertrauensvorschuss gegeben hat. Der Bürger wählt in der Regel die Partei seines Vertrauens. Manchmal entscheidet er sich auch für die Partei, die nach seiner Ansicht das im Wahlkampf aktuelle Thema ihm am überzeugendsten darlegt. D.h. dass sich Politiker nur bedingt auf den Wählerwillen berufen können. Stuttgart 21 war im Landtagswahlkampf kein Thema.


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BeitragVerfasst: 07.10.2010 - 16:05 
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Hallo Schnaiterin,
mit dem Bogen des Kastanienwurfs möchte ich nicht zu weit in die Physik einsteigen. Aber eine gebogene Flugkurve lässt darauf schließen, dass die Kastanie weniger schnell unterwegs war, als bei einer geraden Fluglinie.


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BeitragVerfasst: 07.10.2010 - 13:16 
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@Hannes: also von der Tendenz her stehe ich ja voll auf deiner Seite, ich kann absolut keinen Sinn in S21 sehen und was da abgelaufen ist, ist schlicht absolut unverhältnismäßig!

Aber:
1. wie kann eine Kastanie (oder etwas anderes) bitte schön "einen Bogen" fliegen?

2. leere Plastikflaschen taugen als Wurfgeschoss nur bedingt, nach einem Meter liegen die auf dem Boden

Aber bitte: ich verteidige die Polizei nicht, ich finde solche wenig glaubwürdigen Bemerkungen lediglich kontraproduktiv. Sollte ich was falsch verstanden haben, nehme ich natürlich alles zurück!


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BeitragVerfasst: 06.10.2010 - 19:25 
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Hallo Khor,
ich habe mich auch nicht beschwert, dass die Polizei unmittelbaren Zwang angewand hat. Ich beschwere mich doch nur über unangemessene völlig überzogene Härte der Polizei.


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BeitragVerfasst: 06.10.2010 - 18:10 
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Wobei man bezüglich der Demo sagen muß, dass sie nicht mehr genehmigt war. Die Polizei hatte die Teilnehmer aufgefordert den Platz zu räumen. Solch einer Räumung muß man Folge leisten. Wenn die Polizei dann unmittelbaren Zwang anwendet, wenn Demonstranten gegen die Allgemeinverfügung verstoßen ist das legitim. Die Demonstranten brauchen sich später nicht zu beschweren.

Wie gesagt man kann gerne demonstrieren aber bitte im Rahmen der Gesetze und ohne andere zu behindern. Die Baugenehmigung für S21 ist rechtmäßig erteilt worden und kann nun umgesetzt werden. Der Antrag auf Durchführung eines Bürgerentscheids ist zu spät gestellt worden.

Über die möglichen Kosten kann man geteilter Auffassung sein. Da wird viel hin und her geredet. Die Gutachten der Gegner sind genauso unüberprüfbar wie die der Befürworter. Fakt ist und bleibt, dass die demokratisch gewählten Vertreter das Projekt abgesegnet haben und es daher rechtmäßig ist.

Das ist das selbe Problem wie bei der Atomkraft die MEhrheit der Deutschen hat CDU/FDP gewählt damit war klar das die Atomkraft verlängert wird. Jetzt will es aber mal wieder keiner gewesen sein, der für die CDU gestimmt hat und natürlich hat niemand vorher die PRogramme gelesen. Das gleiche gilt bei S21 viele haben in der relevanten Zeit CDU gewählt mit dem klaren Bekenntniss der CDU S21 zu realisieren. Da will es jetzt auch keiner gewesen sein.

MFG


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BeitragVerfasst: 06.10.2010 - 17:15 
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Hallo Oliver, hallo Khor

Ich war am Donnerstagnachmittag von 12:30 bis 21:00 Uhr im Schlossgarten. Ich war nicht nur stiller Beobachter, sondern stand bzw. saß mitten im Geschehen und habe an verschiedenen Stellen Widerstand geleistet. Ich kann aus meiner Sicht bestätigen, dass das harte Vorgehen der Polizei unverhältnismäßig war. Vor allem der Einsatz von Pfefferspray und zudem noch aus kürzester Entfernung war in keiner Weise angemessen. Dieser Einsatz wurde nicht aus einer Notwehr vorgenommen, sondern zur „Arbeitserleichterung“. Diese Arbeit ist allemal leichter für die Polizisten, als das Wegtragen oder Wegschieben von Demonstranten. Nicht alle Polizisten benutzten das Pfefferspray, sondern nur Einzelne, aber diese umso häufiger. Dies erklärt wohl auch die große Anzahl von Verletzten, da viele Demonstranten dieses chemische Gemisch aus kürzester Entfernung in die Augen bekamen.

Die zweite Erfahrung war der Wasserwerfereinsatz. Ich erhielt einen Wasserstrahl in den Rücken, der so schmerzhaft war, dass ich es gut nachempfinden kann, dass man damit leicht Augen herausschießen oder Rippen brechen kann. Der Wasserwerfer so eingesetzt, ist eine Waffe und sollte deshalb nur zur Notwehr eingesetzt werden. In einer solchen Notsituation befand sich die Polizei aber in keiner Phase.

Einmal geriet ich mit mehreren Mitdemonstranten in eine ausweglose Situation. Wir waren eine ca. 20-köpfige Gruppe die stehend die Vorgänge auf dem Hauptweg beobachteten. Vor uns sitzende Demonstranten und hinter uns eine Hundertschaft Polizisten, die uns plötzlich mit geballter Körperlichen Gewalt in Richtung der Sitzenden drängten. Da kam dann bei mir schon ein Hauch von Panik auf. Man steht plötzlich vor der Wahl, entweder über die vor einem Sitzenden zu steigen oder selbst zerquetscht zu werden. Eine Kommunikation mit den Polizisten war lange nicht möglich. Es dauert eine geraume Zeit bis diese ihre unverantwortliche Taktik geändert haben und die Demonstranten dann einzeln nach hinten herauszogen.

Einmal habe ich beobachtet wie von hinten eine Kastanie in einem Bogen Richtung Polizisten flog. Ich finde das nicht in Ordnung. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Polizisten in ihrer gepolsterten Montur dies gar nicht bemerkt haben. Auch die von der Polizei aufgeführten Flaschenwurf-Straftaten sollte man nicht überbewerten. Ich kann es zwar nicht beweisen, bin mir aber relativ sicher, dass es sich um leere Plastikflaschen gehandelt hat (wer schleppt zu einer Demo schon Glasflaschen mit?). Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass dem Begriff des Flaschenwurfs immer noch so was Schlimmes anhaftet, quasi ein Gegenstand aus Glas, der zu schwersten Verletzungen führen kann. Dies dürfte mit Plastikflaschen kaum möglich sein. Zu tolerieren ist es dennoch nicht.


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BeitragVerfasst: 06.10.2010 - 15:04 
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Danke Khor für Ihren Beitrag.
khor hat geschrieben:
Hallo,

ich bin auch einer derer, die für S 21 sind. Die Menschen die in Stuttgart demonstrieren haben ein sehr sehr seltsames Demokratieverständniss. S 21 ist demokratisch beschlossen worden. Damals hat sich kein Mensch bei den Bürgerbeteiligungen dafür interessiert. Jetzt versucht eine kleine Minderheit ( 20.000 Demonstranten sind bei 600.000 Einwohnern eine Minderheit) das Projekt zu verhindern.

Dass die Menschen etwas dagegen haben okay, können sie gerne. Aber sie hätten früher etwas machen sollen, als es die Mitbestimmungsmöglichkeiten gab. Aber damals war man ja nicht interessiert. Jetzt ist es schick gegen S21 zu sein, also geht man zu Demonstrationen.

Nun ich würde behaupten, dass mittlerweile weit über 50% der Stuttgarter gegen den Bahnhof sind weil die Umstände sich ganz einfach geändert haben.
Es sind und werden mittlerweile nicht nur unvorhergesehene Kosten in die Höhe schnellen. Auch viele andere Umstände wurden aufgedeckt.
Da die S21 Verantwortliche viele Einwände noch nicht mit Sachargrumenten widerlegen konnten muffelt mir persönlich das alles ein wenig stark nach reinen Wirtschaftsinteressen Einzelner.
Interessant hier auch ein S21 Video mit der offenen Bürgerbeteiligung von 1997 http://www.youtube.com/watch?v=yFgWYL3jH80


khor hat geschrieben:
Ich kann auch nicht verstehen, warum sich jeder so wegen der Aktion vom Donnerstag aufregt. Die Polizei hat ihren Job gemacht. Eine genehmigte Aktion zu beschützen. Die Demonstranten wurden aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Wenn sie das nicht tun, dann darf die Polizei Zwang anwenden. Genau das hat sie getan.

Ich würde gerne mal hören was die Demonstranten sagen, wenn sie eine Baugenehmigung für ihr Haus haben und der Nachbar demonstriert dagegen und versucht den Bau zu verhindern. Garantiert rufen sie dann die Polizei und pochen darauf, dass sie ihr Recht durchsetzen dürfen.

Klar wenn man sich zu S21 bekennt ist man der absolute Buhmann gerade aber noch bin ich froh in einer Demokratie zu leben. Man darf Demonstrieren aber die Grenze ist dort zu ziehen wo man andere gefährdet und die Rechte andere tangiert.

MFG

Da gebe ich Ihnen voll und ganz Recht.
Ich war am besagten Donnerstagabend dort. Ich habe die Wasserwerfer gesehen und ich habe auch viele leicht Verletzte gesehen die zu den Sanitätern am Biergarten getragen, besser gestützt wurden. Mittlerweile wird es dargestellt, als hätte die rote Armee den Platz mit Panzern geräumt, so schlimm hab ich das nicht gesehen.
Ich glaube auch viele Aussagen von den S21 Gegnern nicht.

Ich hoffe nun dass Herr Geißler den emotionalen Krieg in eine sachliche Diskussion steuert, denn ich möchte wirklich gerne erfahren welche Vorteile der Bahnhof aktuell noch bringt.


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BeitragVerfasst: 06.10.2010 - 8:54 
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Hallo khor,

ich denke nicht, dass die S 21-Gegner die schlechteren Demokraten sind. Rein formal betrachtet ist das Projekt „demokratisch“ entschieden, das ist richtig. Leider hat bei diesem demokratischen Verfahren die Fairness etwas gelitten. Beim Fußball würde man sagen: Hauptsache gewonnen.

Wenn wie am vergangenen Freitag rund 100.000 Bürger auf die Straße gehen und protestieren, macht dies deutlich, dass irgendwas gehörig schief gelaufen sein muss in unserem Ländle. Diese Menschen sind keine schlechten Verlierer und schon gar keine schlechten Demokraten, sondern drücken ihre Empörung darüber aus, wie die Politik an den Bürgern vorbeiregiert und ihnen kein Gehör mehr schenkt.

Mit Tarnen und Täuschen wurde alles unternommen um das Projekt in trockene Tücher zu bekommen. Gutachten wurden geheim gehalten. Die zu erwartende Kosten wurden so beschönigt, dass die „politische Sollbruchstelle“ nicht überschritten wird. Warnungen renommierter Gutachter hinsichtlich Kosten, Funktionsfähigkeit und geologischer Risiken wurden reihenweise übergangen. Man hat sich überhaupt nicht damit auseinandergesetzt.

Dass die Protestaktionen erst in den vergangenen Monaten so richtig an Fahrt gewonnen haben, hängt u. a. auch damit zusammen, dass solche wichtige kritische Informationen nur mühsam den Bürger erreicht haben. Wenn die meinungsbildenden Medien im Ländle sich frühzeitig für das Projekt entschieden haben, ist naturgemäß eine objektive Berichterstattung schwieriger.

Eine repräsentative Demokratie lebt vom Vertrauen der Bürger in die Volksvertreter. Dieses Vertrauen ist wohl bei vielen Bürgern verloren gegangen. OB Schuster ist 2004 nur wieder gewählt worden, weil er versprochen hat, die Bürger über das Projekt entscheiden zu lassen, wenn dieses deutlich teuer werden sollte. Es ist deutlich teurer geworden. Und viele werden sich noch wundern, wenn im Jahr 2015 die Schlussrechnung auf dem Tisch liegt und keiner die Verantwortung mehr übernehmen möchte.


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BeitragVerfasst: 06.10.2010 - 7:35 
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Hallo Miteinander,

http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=110&tx_ttnews[pS]=1277733947&tx_ttnews[tt_news]=8&tx_ttnews[backPid]=108&cHash=10ba4c5b9a

Etwas besser recherchiert, oder besser noch: ein länger anhaltendes Erinnerungsvermögen. Damit wäre klar, dass der Einwand der Befürworter des Bahnhofes, warum die Gegner nicht früher aktiv waren, falsch ist.
Schauen Sie mal auf das Datum des Berichtes.
Waren ja auch nur 60.000 Tausend Unterschriften.

Eine 'Volksabstimmung' in Stuttgart hat auch stattgefunden: bei der Gemeinderatswahl.
Bündnis 90 / DIE GRÜNEN sind im neuen Gemeinderat die stärkste Fraktion. Sie haben 16 Mandate (25,3 Prozent).
Die CDU erreichte nur 15 Mandate (24,3 Prozent) und ist damit nur die 2.stärkste Fraktion.

So weit wird es bei den Landtagswahlen vielleicht nicht kommen, da ganz Oberschwaben einschließlich schwäbische Alb an gewohnter Stelle sein Kreuz setzt.
Einen Denkzettel reicht es aber allemal.

Es grüßt Sie

Justinus K.


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BeitragVerfasst: 06.10.2010 - 6:10 
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Hallo,

ich bin auch einer derer, die für S 21 sind. Die Menschen die in Stuttgart demonstrieren haben ein sehr sehr seltsames Demokratieverständniss. S 21 ist demokratisch beschlossen worden. Damals hat sich kein Mensch bei den Bürgerbeteiligungen dafür interessiert. Jetzt versucht eine kleine Minderheit ( 20.000 Demonstranten sind bei 600.000 Einwohnern eine Minderheit) das Projekt zu verhindern.

Dass die Menschen etwas dagegen haben okay, können sie gerne. Aber sie hätten früher etwas machen sollen, als es die Mitbestimmungsmöglichkeiten gab. Aber damals war man ja nicht interessiert. Jetzt ist es schick gegen S21 zu sein, also geht man zu Demonstrationen.

Ich kann auch nicht verstehen, warum sich jeder so wegen der Aktion vom Donnerstag aufregt. Die Polizei hat ihren Job gemacht. Eine genehmigte Aktion zu beschützen. Die Demonstranten wurden aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Wenn sie das nicht tun, dann darf die Polizei Zwang anwenden. Genau das hat sie getan.

Ich würde gerne mal hören was die Demonstranten sagen, wenn sie eine Baugenehmigung für ihr Haus haben und der Nachbar demonstriert dagegen und versucht den Bau zu verhindern. Garantiert rufen sie dann die Polizei und pochen darauf, dass sie ihr Recht durchsetzen dürfen.

Klar wenn man sich zu S21 bekennt ist man der absolute Buhmann gerade aber noch bin ich froh in einer Demokratie zu leben. Man darf Demonstrieren aber die Grenze ist dort zu ziehen wo man andere gefährdet und die Rechte andere tangiert.

MFG


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BeitragVerfasst: 05.10.2010 - 17:28 
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Das Argument "Kopfbahnhof" zieht nicht mehr! Mailand, München, Zürich, Rom etc. sind alles Kopfbahnhöfe, teilweise bedeutend "primitiver" als Stuttgart. Und dort denkt keiner an so ein Milliardengrab.

Aus Stuttgart nach Zürich kommend, steigt man aus dem Zug und steht praktisch auf der Straße, ist noch ganz was anderes als in S. Außerdem wenn es Vorteile gibt bei S21 betreffen die doch ausschließlich den Fernverkehr. Und mir ist es ehrlich gesagt piepegal, ob ich 10 Minuten schneller auf dem Flughafen bin. So oft fliegt ein normaler Mensch ja auch nicht...


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BeitragVerfasst: 05.10.2010 - 12:26 
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Hallo Wavecaller.
Auch von mir erstmal ein Kompliment zum Mut sich für S21 auszusprechen.

Wavecaller hat geschrieben:
Hallo,
Mal ganz davon abgesehen davon, ob man nun für oder gegen S21 ist. Die Verträge sind nach Bürgerlichem Recht zustande gekommen. .

Gegner sagen:
Durch Halbwahrheiten durchgeboxt. Viele Umstände wurden erst nachträglich bekannt oder schlimmer noch bekannt gegeben.

Wavecaller hat geschrieben:
Die Verträge zu brechen würde Kosten entstehen lassen, die "für nichts" verpuffen. Also Steuergeld, dass einfach weg ist ohne Gegenleistung.
.

Dann verpufft man lieber noch mehr Steuern in ein Projekt, welches den meisten Steuerzahlern keine Vorteile bringt?

Wavecaller hat geschrieben:
Zudem vergessen viele, dass durch den Bau von S21 viele Leute eine Arbeit für Jahre gefunden haben bzw. finden werden, die zu zusätzlichen Steuereinnahmen führen wird. Hier sind bestimmt auch einige Weinstädter betroffen. Ausgaben für Arbeitslose müssen hingegen nicht mehr gezahlt werden. Wie viele Euro das jetzt genau ausmacht kann ich natürlich nicht sagen.
.

Für mich hört sich dieser Kreislauf wie ein Strudel an.
So gesehen könnte man in Weinstadt auf Pump ein 5 Sterne Hallenbad bauen.
Gelder fließen durch die Steuereinnahmen im Bau ja wieder zurück

Wavecaller hat geschrieben:
Jedoch ist eins klar. Die Stadt Frankfurt als Beispiel hat auch einen Bahnhof in der Innenstadt. Frankfurt ist jedem deutschen bekannt. Jedoch hält so gut wie kein ICE mehr am Hauptbahnhof in Frankfurt. Die halten alle am Flughafen. Sollte S21 gestoppt werden, können wir damit rechnen, dass Stuttgart eine ähnliche Entwicklung durchleben wird.
.

Die halten am Flughafen weil die Leute fliegen wollen.
Auch ein Zeichen warum die Bahn aufhören sollte Ihre Konkurrenz in den Flugzeugen zu suchen, anstatt den konkurrenzfreien Nahverkehr und Güterverkehr weiter zu entwickeln.

Die in dunklen Tunnel oder Lärmschutzmulden fahrenden ICEs sind doch vom Fahrgefühl nicht schöner als ein Fensterplatz im Flugzeug. Noch dazu langsamer und preislich nicht attraktiver. Die deutsche Bahn steuert hier in die falsche Richtung.


Wavecaller hat geschrieben:
Zudem darf nicht vergessen werden wie viele Personen in BaWü arbeiten aber nicht in BaWü wohnen. Sie pendeln mit dem Zug nach BaWü und landen in Stuttgart. Für diese Personen ist S21 ein eindeutiger Vorteil!
Wie viel Jahre wurde in Stuttgart kein Großprojekt mehr gebaut? Stuttgart darf einfach nicht den Anschluss verpassen!
.

Kleiner Schlossplatz in 50 Jahren 3 mal komplett umgebaut (warum?), Messegelände Killesberg zum Flughafen verlegt, Gesamte Stuttgarter Straßenbahnanlage mit neuer Spurbreite zur Stadtbahn umgerüstet.

Wavecaller hat geschrieben:
Ein Beispiel das mich selbst betroffen hat. Die Messe Games Convention war Jahre lang in Leipzig. Doch die dortige Messe wurde zu klein. Also suchten sich die Veranstalter einen neuen Messeort. Unter anderem bewarb sich die neue Messe Stuttgart. Sie hatte sogar sehr gute Chancen diese Messe zu bekommen (Europas größte Messe für Computerspiel für die, denen sie nicht bekannt ist) Am Ende bekam aber Köln die Messe. (Jetzt GamesCom genannt) Unter anderem aus dem Grund, dass die Verkehrsanbindung der Messe Köln wesentlich besser ist. Stuttgart hätte die Messe vom Platz handeln können. Aber nicht den Besucheransturm!!! Hier ist S21 ein Schritt in die richtige Richtung um so eine Weltweit bekannt Messe nicht wieder zu verlieren. Dies hätte außerdem zu zusätzlichen Einnahmen in die Kasse des Landes und der Stadt Stuttgart gebracht.
.

Also wenn die Städtebauplaner ein großes hochmodernes Messegelände bauen, welches den Besucheransturm nicht verkraften kann,
dann sollten Sie lieber auch die Finger von Stuttgart 21 lassen.

Wavecaller hat geschrieben:
Das nächste was ich absolut nicht verstehen kann: Ich war auf dem Wasen und musste ein Gespräch von einer Gruppe Männer aus Dresden mit anhören. Es waren alles Arbeitslose, die 20,-€ für den Wasen geschenkt bekommen haben und das Bahnticket um nach Stuttgart zu fahren um gegen S21 zu demonstrieren. Persönlich tangierte sie S21 garnicht!
Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass einige Demonstranten gar nicht von S21 betroffen sind oder einfach Lust haben zu demonstrieren. Nicht alle Demonstranten sind auch gegen S21 ...
.

Stimmt, ich hab auch Menschen auf der Demo gesehen die nicht gegen S21 waren.
Sie haben geweint, weil alte Bäume skrupellos vor den Augen 1000er hilfloser Demonstranten in der Nacht bei Regen umgehauen wurden.

Wavecaller hat geschrieben:
Vor allem wird durch die Demonstrationen Stuttgart mehr geschadet als geholfen. Ich persönlich wollte mit meiner Freundin nach Stuttgart fahren um einzukaufen auf der Königsstraße. Da wir aber im Radio gehört hatten, dass durch die Demonstrationen kein Durchkommen ist haben wir uns dazu entschlossen nach Waiblingen zu fahren. Hier hat Stuttgart Geld verloren. Und wir sind bestimmt nicht die einzigen gewesen die sich gegen einen Besuch in Stuttgart entschieden haben.
.

Die Demonstranten wollen schon allein aus Eigennutz das Volk nicht verärgern. Deshalb sollen auch Linksradikale ausdrücklich nicht zur Demo kommen. Aber nun zu verlangen, dass Sie an einem Ort demonstrieren sollen, wo man Sie vielleicht nicht einmal mehr sieht, kann doch keine ernste Forderung sein.
Sie selbst haben das Geld nun in Waiblingen ausgegeben, ist doch auch nicht so schlecht.

Wavecaller hat geschrieben:
Aber eins ist unumstößlich. Wir benötigen Veränderungen um den Anschluss nicht zu verpassen.

Sie haben wohl Recht, aber für S21 fehlen mir stichhaltige Argumente.
Ich lasse mich gerne für einen effektiveren Bahnhof überzeugen. Ich war deshalb selbst für S21, aber gebt mir bitte wieder einen wirklich sinnvollen Grund für S21 zu sein.
Momentan höre ich von Befürwortern nur leere oder bereits widerlegte Argumente wie Ihre oder
... das Projekt wurde seit 15 Jahren geplant, da gibt es kein zurück mehr.
... es können städtebauliche Maßnahmen auf den frei gewordenen Flächen die Infrastruktur verbessern

Ich frage mich ob die Planer Stuttgart überhaupt kennen.
2 Kilometer vom Hauptbahnhoft entfernt liegen riesige Gleisgebiete die seit Jahrzehnte nicht mehr benutzt werden und mittlerweile mit Müll und Unkraut verwachsen sind.
Schrottplatz, eine Betonmischfabrik und ein paar Künstler in ausrangierten Waggons haben sich da niedergelassen.
Zugegeben, ich liebe dieses verwilderte Gebiet mitten in der Stadt am Nordbahnhof. Aber so lange dieser Platz nicht für neue Infrastruktur benötigt wird, braucht man auch keine anderen Gebiete durch S21 erschließen.


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